Syntax Griechisch

Griechische Konditionalsätze: Eine Übersicht

Referenzen: BR § 277-284 ; Menge § 152-155 ; KG II 2 463-490

 

Der griechische Konditionalsatz (Bedingungssatz ; hypothetischer Satz) besteht aus zwei Gliedern, und zwar dem Vordersatz (Protasis) und dem Nachsatz (Apodosis).

 

Die Protasis bzw. der Vordersatz enthält eine Bedingung, deren Folge in der Apodosis sich ergibt.

 

Und die Protasis bzw. der Nachsatz enthält εἰ bzw. ἐάν (εἰ + ἄν). Die Negation im Konditionalsatz ist immer mit μή.

 

Indefinitus (eine unbestimmte Bedingung)

Protasis: εἰ + Indikativ aller Tempora

Apodosis: Indikativ[1] aller Tempora ohne ἄν

 

Eventualis (eine zukünftige od. allgemeingültige Bedingung)

Protasis: ἐάν + Konjunktiv Präsens oder Aorist

Apodosis: Indikativ Futur oder Imperativ[2] ohne ἄν

 

Iterativ (eine regelmäßige Bedingung)

Iterativ der Gegenwart

Protasis: ἐάν + Konjunktiv

Apodosis: Indikativ Präsens oder Perfekt ohne ἄν

Iterativ der Vergangenheit

Protasis: εἰ + Optativ

Apodosis: Indikativ Imperfekt ohne ἄν

 

Potentialis (eine mögliche Bedingung)

Protasis: εἰ + Optativ

Apodosis: Optativ mit ἄν

 

Irrealis (eine unwirkliche Bedingung)

Irrealis der Gegenwart

Protasis: εἰ + Indikativ Imperfekt[3]

Apodosis: Indikativ Imperfekt mit ἄν

Irrealis der Vergangenheit

Protasis: εἰ + Indikativ Aorist[4]

Apodosis: Indikativ Aorist mit ἄν

 

[1] Ggf. kommt ein beliebiger Modus vor. Vgl. BR § 278 u. 282.

[2] Ggf. kommt das Präsens vor. Vgl. BR § 279 ; Menge § 152.4 ; KG II 473

[3] Es ist „am häufigsten“ so. Eigentlich ist das Tempus abhängig mit dem Aspekt. Vgl. BR § 281 ; Menge § 152.3.

Die Erläuterung bei BR ist zu undeutlich, bei Menge zu kurzsichtig. Am deutlichsten vgl. KG II 469.

[4] Wie Anm. 3.

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